Welche Vitamin C-Form passt zu mir?
Vitamin C erfüllt viele wichtige Aufgaben und ist für HPUler sehr wichtig. Doch welche Form…
Methylenblau (MB) fasziniert mit seinen vielseitigen medizinischen Anwendungen. Besonders für Menschen mit HPU (Hämopyrrollaktamurie) könnte es hilfreich sein, weil es die Mitochondrienleistung steigert. Doch wie genau funktioniert das?
Stell dir vor, deine Zellen sind kleine Kraftwerke, die unermüdlich daran arbeiten, Energie für deinen Körper bereitzustellen. Diese Kraftwerke – die Mitochondrien – nutzen eine Art Förderband, um Elektronen von einer Station zur nächsten zu transportieren. Am Ende dieser Kette entsteht ATP, die wichtigste Energiequelle deines Körpers.
Doch manchmal läuft das Förderband nicht rund. Hindernisse wie oxidativer Stress oder ineffiziente Prozesse können den Transport verlangsamen, sodass weniger Energie produziert wird. Das führt dazu, dass du dich müde, erschöpft und antriebslos fühlst.
Hier kommt Methylenblau ins Spiel: Es wirkt wie ein fleißiger Helfer, der die blockierten Elektronen wieder in Bewegung bringt. Es kann Elektronen direkt im ersten Komplex der Atmungskette aufnehmen und an den vierten Komplex weitergeben. So kann der vierte Komplex ATP herstellen, ohne Energie in den anderen Schritte zu verbrauchen. Dadurch überbrückt Methylenblau Engpässe und hält den Energiefluss stabil.
Gleichzeitig schützt es die empfindlichen Mitochondrien vor Schäden durch überschüssige Sauerstoffmoleküle (ROS), die wie Rost an den Zellstrukturen nagen. Auch Menschen mit geschädigten oder geschwächten Mitochondrien (wie bei der HPU) können so wieder Energie herstellen.
Das Ergebnis? Die Zellen produzieren effizienter Energie, man fühlt sich wacher, klarer im Kopf und leistungsfähiger. Besonders Menschen mit HPU, deren Mitochondrien oft nicht optimal arbeiten, können von dieser zusätzlichen Unterstützung profitieren.
Methylenblau heisst chemisch korrekt Methylthioniniumchlorid und besitzt die Summenformel C₁₆H₁₈N₃SCl. Es handelt sich um einen intensiv blauen Farbstoff, der synthetisch hergestellt wird und in verschiedenen Bereichen Verwendung findet. Neben seiner Bedeutung in der Medizin wird er auch in der Textilindustrie sowie in mikrobiologischen Laboren eingesetzt.
Methylenblau ist kein natürlicher Bestandteil der Umwelt oder des menschlichen Körpers. Es kommt weder in Lebensmitteln noch in Pflanzen vor und entsteht ausschließlich durch chemische Synthese. Daher zählt es nicht zu den klassischen naturheilkundlichen Substanzen, sondern fällt vielmehr in den Bereich pharmazeutischer und industrieller Anwendungen.
Im 19. Jahrhundert nutzte man Methlyenblau als Farbstoff in biologischen Untersuchungen. Dass Methylenblau auch stimmungsaufhellend wirken kann, verdanken wir einer zufälligen Entdeckung in der Psychiatrie:
Obwohl Methylenblau viele Vorteile bietet, gibt es einige Punkte, die man beachten sollte:
⚠️ Blauer Urin: Eine der auffälligsten, aber harmlosen Nebenwirkungen ist eine intensive Blau- oder Grünfärbung des Urins. Dies liegt daran, dass MB über die Nieren ausgeschieden wird.
⚠️ Magenverstimmungen/Übelkeit: Vor allem bei höheren Dosierungen kann es zu diesen Symptomen kommen.
⚠️ Serotoninsyndrom-Risiko: Menschen, die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) oder andere serotonerg wirkende Medikamente einnehmen, sollten vorsichtig sein. Methyenblau kann den Serotoninspiegel beeinflussen und in seltenen Fällen ein Serotoninsyndrom auslösen.
⚠️ G6PD-Mangel: Personen mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD) haben ein erhöhtes Risiko für Hämolyse (die Zerstörung roter Blutkörperchen) und sollten Methylenblau nur mir ärztlicher Absprache einnehmen.
⚠️ Schwangere und Stillende: Da es keine ausreichenden Studien zur Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt, wird Methylenblau in diesen Fällen nicht empfohlen.
⚠️ Individuelle Reaktionen: HPUler reagieren grundsätzlich oft empfindlicher auf Substanzen als andere. Es ist daher sinnvoll, alle neuen Stoffe immer zuerst in einer geringen Dosierung auszuprobieren und zu beobachten, wie der Körper darauf reagiert.
Nachdem ich so viel Positives gelesen hatte, wollte ich wissen, ob Methylenblau tatsächlich die Konzentration und geistige Klarheit steigert. Also besorgte ich mir hochwertiges, auf Schwermetalle geprüftes MB, das „Praxisbuch Methylenblau“ vom US-amerikanischen Arzt Dr. Thomas E. Thomas E. Levy und startete mein Experiment.
Etwas komisch war mir schon zumute, einen Farbstoff zu schlucken, mit dem ich zu meiner Zeit als Wissenschaftlerin Zellen angefärbt hatte! Aber gut, Augen zu und durch 🙂
Levy empfiehlt zur regelmäßigen Einnahme eine Dosis von 5 – 15 mg einer 1 %igen Methylenblau-Lösung (0,5 – 1,5 ml) in eine kleine Menge Wasser zu geben. Wer keine Blaufärbung möchte, kann einen Teelöffel Ascorbinsäurepulver (kein Natriumascorbat) hinzufügen und umrühren, dann entfärbt sich die Lösung innerhalb von ca. 10 min. Alternativ rät er dazu, Methylenblau in Tomatensaft zu rühren. Ich habe das nicht gemacht, da mich die Blaufärbung nicht störte.
Ich begann mit 1 Tropfen in einem Glas Wasser, da ich meist lieber etwas vorsichtiger vorgehe. Das leuchtend blaue Getränk sah aus wie ein „Druidentrank“ aus Asterix :-). Geschmacklich fand ich es neutral.
Jeden Tag steigerte ich die Dosis um einen Tropfen, genau wie es Levy empfiehlt. Bereits bei 15 Tropfen täglich bemerkte ich eine Veränderung: Meine Gedanken wurden klarer, ich arbeitete fokussierter und schweifte weniger ab.
Am eindrucksvollsten war mein gleichmäßiges Energielevel. Keine plötzlichen Tiefs am Nachmittag, keine mentale Erschöpfung. Auch an stressigen Tagen blieb ich ruhig und konzentriert. Ich musste schmunzeln, als mein Urin plötzlich leuchtend blaugrün wurde – eine harmlose, aber witzige Nebenwirkung.
Levy empfiehlt für ein Gewicht von 55 kg in der niedrigsten Dosierung sogar 55 Tropfen. Ich steigerte die Dosis auf 30 Tropfen täglich. Zu dem Effekt, der nach 15 Tropfen bei mir eingetreten war, spürte ich bei 30 Tropfen jedoch keinen Unterschied. Daher reduzierte ich nach einem Monat meine Einnahme wieder auf 15 Tropfen pro Tag – getreu meinem Motto: So viel wie nötig, so wenig wir möglich.
Nach zwei Wochen stand mein Fazit fest:
Unter der Einnahme fühle ich mich fokussierter, belastbarer und geistig leistungsfähiger.
Es dauert durchaus 2 Wochen, bis sich ein Spiegel aufgebaut hatte und ich meine ideale Dosis gefunden hatte. Aber Methylenblau verbesserte meine kognitive Leistung und Energie deutlich. Methylenblau wird definitiv Teil meines HPU-Repertoirs bleiben.
Nicht jedes Methylenblau-Produkt entspricht hohen Qualitätsstandards. Um sicherzustellen, dass du ein sicheres und wirksames Präparat erhältst, solltest du auf folgende Punkte achten:
✅ Herkunft: Produkte aus Deutschland unterliegen strengen gesetzlichen Bestimmungen und sind häufig von höherer Qualität als solche aus unregulierten Märkten.
✅ Reinheit: Achte darauf, dass das Methylenblau pharmazeutische Qualität hat und keine unerwünschten Zusatzstoffe enthält. Hochreine Varianten garantieren eine sichere Anwendung ohne Verunreinigungen. Der Hinweis „Reag. Ph. Eur.“ steht für Reagenzien, die den Anforderungen des europäischen Arzneibuches entsprechen.
✅ Unabhängige Testung: Ein hochwertiges Produkt sollte von unabhängigen Laboren auf Schwermetalle, Lösungsmittelrückstände und andere potenzielle Schadstoffe getestet sein. Die Hersteller sollten entsprechende Analysenzertifikate bereitstellen können.
✅ Frei von Stabilisatoren: Einige Produkte enthalten Zusatzstoffe wie Chloride oder Sulfate, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Eine möglichst reine Form ohne zusätzliche Chemikalien ist vorzuziehen.
Hinweis: Metyhlenblau darf in Deutschland nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden, sondern nur als Farbstoff. Daher finden sich keine Verzehrhinweise auf der Verpackung.
Laut Thomas E. Levy entspricht das Körpergewicht in kg der Anzahl der Tropfen, die die meisten Menschen mindestens benötigen, um einen Effekt zu erzielen. Wer also 75 kg wiegt, braucht laut Levy 75 Tropfen Methylenblau pro Tag. Bei mir trat ein Effekt wesentlich früher ein, aber das ist wohl individuell sehr unterschiedlich.
Sichere und gefährliche Dosierungen: Laut Levy gelten weniger als 2 mg/kg Körpergewicht (4x Körpergewicht in kg als Tropfen, also z.B. 220 Tropfen bei 55 kg Körpergewicht) als sicher, bei mehr als 7 mg/kg Körpergewicht erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Nebenwirkungen kommen kann.