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HPU: Bloß keine Folsäure!

Folsäure – ein Begriff, den viele vor allem aus der Schwangerschaft kennen. Aber was genau ist Folsäure eigentlich, warum haben so viele Menschen einen Mangel daran – und warum ist es wichtig, bei der Supplementierung auf die richtige Form zu achten?

Folsäure – ein Begriff, den viele vor allem aus der Schwangerschaft kennen. Aber was genau ist Folsäure eigentlich, warum haben so viele Menschen einen Mangel daran – und warum ist es wichtig, bei der Supplementierung auf die richtige Form zu achten?

Was ist Folsäure – und was ist Folat?

Folsäure ist die synthetische Form des Vitamins B9, die in vielen Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln verwendet wird. In der Natur kommt B9 dagegen in seiner aktiven, natürlichen Form als sogenanntes Folat vor – zum Beispiel in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten oder Leber.
Folat ist für viele lebenswichtige Prozesse im Körper unentbehrlich:

  • Zellteilung und Gewebeaufbau
  • DNA-Synthese und Reparatur
  • Blutbildung
  • Homocystein-Stoffwechsel (gemeinsam mit Vitamin B6 und B12)
  • Schutz der Nerven und Gehirnfunktion

Warum so viele Menschen einen Folsäuremangel haben

Obwohl wir in Industrienationen scheinbar gut versorgt sind, kommt ein funktioneller Folatmangel überraschend häufig vor. Hier sind die wichtigsten Ursachen:

  1. Genetische Mutationen (zum Beispiel MTHFR C677T)
    Viele Menschen – Schätzungen zufolge rund 30–50 Prozent in Mitteleuropa – tragen Varianten im MTHFR-Gen. Diese Mutation schwächt das Enzym, das für die Umwandlung von Folsäure in die aktive Form 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF) zuständig ist. Die Folge: Folsäure bleibt ungenutzt im Blut, während die Zellen unterversorgt bleiben.
  2. Verarbeitung und Erhitzung von Lebensmitteln
    Natürliche Folate sind sehr hitze- und lichtempfindlich. Beim Kochen, Braten oder längerer Lagerung können bis zu 90 Prozent des ursprünglichen Gehalts verloren gehen.
  3. Einseitige Ernährung
    Viele Menschen essen zu wenig frisches Gemüse oder greifen zu stark verarbeiteten Produkten. Das reduziert die Zufuhr aktiver Folate erheblich.
  4. Medikamente, Alkohol, Stress, Schwangerschaft
    Antibabypille, bestimmte Antiepileptika oder häufiger Alkoholkonsum beeinträchtigen die Folatverwertung. Auch in Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf stark erhöht.

Warum du nicht zur synthetischen Folsäure greifen solltest

Die herkömmliche Folsäure in vielen Präparaten ist nicht sofort bioaktiv. Sie muss im Körper erst in mehreren Schritten aktiviert werden:

  1. Folsäure → Dihydrofolat (DHF)
  2. DHF → Tetrahydrofolat (THF)
  3. THF → 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF)

Diese Umwandlung benötigt das Enzym MTHFR – und genau das ist bei vielen Menschen eingeschränkt aktiv. Besonders bei genetischen Varianten wie MTHFR C677T kann die Aktivierung um bis zu 70 Prozent reduziert sein.

Die versteckte Gefahr: Unmetabolisierte Folsäure

Wenn synthetische Folsäure nicht vollständig umgewandelt wird, reichert sie sich als „unmetabolisierte Folsäure“  im Blut an. Das kann zu Problemen führen:

  • Blockierung der Folatrezeptoren: Die synthetische Folsäure kann an Rezeptoren andocken, ohne biologisch aktiv zu sein – und verhindert so die Aufnahme des aktiven Folats.
  • Funktioneller Mangel trotz „normaler“ Blutwerte.
  • Störungen in der Zellteilung, DNA-Reparatur und Methylierung.

Achte daher darauf, immer nur aktive Folsäure zu supplementieren.

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